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BRENNPUNKT KÜCHE planen, ausstatten, nutzen

BRENNPUNKT KÜCHE planen, ausstatten, nutzen

1. Juni - 23. September 2001
Die Ausstellung zeigt die architektonische, gesellschaftliche und historische Entwicklung des Arbeitsplatzes Küche von der Feuerstelle bis zur High Tech-Küche im vernetzten Haushalt.

Die Ausstellung zeigt die architektonische, gesellschaftliche und historische Entwicklung des Arbeitsplatzes Küche von der Feuerstelle bis zur High Tech-Küche im vernetzten Haushalt. Ausgewählte Beispiele aus Vorarlberg zeigen exemplarisch die Küche im Bauernhaus, im bürgerlichen Haushalt mit und ohne Dienstboten, im Arbeiterhaushalt, im sozialen und kommerziellen Wohnungsbau und im Wohnhaus.Die Situierung einer Küche im Grundriss eines Hauses oder einer Wohnung ist ebenso wie Ausstattung und Nutzung einer ständigen Veränderung unterworfen. Die Küche spiegelt dadurch den Wandel der Lebensgewohnheiten, die Rolle der Frau und den technischen Fortschritt gleichermaßen wider. Mit zeitgenössischen und historischen Fotografien, Plänen und informativen Texten wird diese Entwicklung aufgezeigt.

Zum ersten Mal in Vorarlberg eine originale „FRANKFURTER KÜCHE“
Die berühmten FRANKFURTER KÜCHEN wurden zwischen 1925 und 1930 unter der Leitung der ersten österreichischen Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) für den sozialen Wohnungsbau in Frankfurt entworfen und gebaut. Eine funktionale, kompakte und ästhetische Küche sollte die Hausarbeit der berufstätigen Frau optimieren. Die in Hittisau gezeigte FRANKFURTER KÜCHE aus dem Jahr 1927 zeigt dieses Konzept einer arbeits- und platzsparenden Küche. Mit der Ausstellung „Brennpunkt Küche“ leistet das frauenmuseum einen Beitrag zur Aufarbeitung sozial- und kulturgeschichtlicher Frauenthemen der Region. Lebensbedingungen und Lebenssituationen von Frauen, weibliche Tätigkeiten und Fähigkeiten sollen aufgezeigt und dokumentiert werden.
Aufgabe des frauenmuseum ist, die Lebenswelt von Frauen zu zeigen und was die gesellschaftlichen Bedingungen (Ungleichheit und Wertewandel) aus der Frau gemacht haben (in Bezug auf die Küche z. Bsp. Hausmütterchen, doppelbelastete Arbeiterin, Regentin eines Haushaltes mit Dienstboten, usw).

Die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gesellschaft aus Frauenperspektive regt Reflexionsprozesse an und schärft das Bewußtsein von Frauen und Männern für die historische und gesellschaftliche Bedingtheit von Geschlechterrollen und Hierarchien. Dieses Bewußtsein ist Voraussetzung für die Veränderung der gesellschaftlichen Bedingungen hin zu einer egalitären demokratischen Gesellschaft. Im Emanzipationsprozeß zeigen sich die Möglichkeiten der Frau zur Veränderung der Geschlechterrollen.
Aus diesen Gründen griff das Frauenmuseum in Hittisau die Idee einer Ausstellung über die Entwicklungsgeschichte der Küche, ein historisch eindeutig weiblich besetzter Raum, am Beispiel Vorarlberg gerne auf. Die Ausstellung von Renate Breuß und FEMAIL FrauenInformationszentrum Vorarlberg soll eine Einladung zur kritischen Auseinandersetzung mit der historischen und gegenwärtigen Rolle der Frau in Familie und Gesellschaft sein und aufzeigen, wie sich diese Rolle in der Gestaltung von Küchen niederschlägt.

Eine Ausstellung von Renate Breuß und FEMAIL FrauenInformationszentrum Vorarlberg.
Fotos: Arno Gisinger und Robert Fessler