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Veranstaltungsarchiv

Fadenscheinige Sprüche

Workshop für Schulen im Frauenmuseum Hittisau
ab sofort bis 08. Februar 2015

„Alle Fäden in der Hand haben.“ „Eine Nadel im Heuhaufen suchen.“ „Es zieht sich wie ein roter Faden durch.“ „Am seidenen Faden hängen.“ „Mit heißer Nadel gestickt.“ „Nach Strich und Faden.“ „Es regnet Bindfäden.“ „Den Faden verlieren.“ „Langes Fädchen, faules Mädchen.“


Maria Stockner, Gepäck, Hutkoffer handbestickt, 2011

Für die Ausstellung „Gestickte Moral“ Spruchtücher zwischen Tradition, Rollenzuschreibung und Illusion“ hat das Frauenmuseum Hittisau hunderte Spruchtücher gesammelt. Die Appelle und Ermahnungen zu Fleiß, Frömmigkeit und Sparsamkeit sind aufschlussreiche kulturhistorische Dokumente. In ihrer Aussage sind gestickte Spruchtücher Belege für das Frauen- und Mädchenbild ihrer Entstehungszeit.
Die Sprüche unterstreichen den Bildinhalt, man könnte die gestickten Wandbilder mit ihrem Spruchgut fast als „Comic der braven Hausfrau“ bezeichnen.
Die Ausstellung wird durch Positionen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler erweitert, die sich in ihrem Werk mit gestickten Bild-Text-Kontexten auseinandersetzen. Camen Pfanner zeigt einen Bauplan zu ihrer Arbeit „Corps Plastique“, in der sie sich mit dem Diktat der Schönheitsindustrie auseinandersetzt. Die Ungarin Zsófi Pittmann gestaltet Spruchtücher mit Popmotiven, die hölzernen Sitzbänke des Frauenmuseums wurden von Christine Pavlic mit der Bohrmaschine bestickt, Daniel Spoerri zerschneidet alte Spruchtücher und setzt seine eigenen Sprüche aus den einzelnen Worden wieder zusammen. Christine Lederers Teppich mit der Aufschrift „Never do the right thing“ sendet eine provokante Botschaft.

INHALT
Beim Gang durch die Ausstellung beschäftigen wir uns zunächst mit der Geschichte der Spruchtücher: Wie entsteht so ein Spruchtuch, was für Botschaften sind drauf gestickt? Hätten die Botschaften für mich auch heute noch Gültigkeit? Wir gehen der Frage nach, wie das mit der Mädchen- bzw. Bubenerziehung in der Zeit unserer Großeltern war. Wir machen uns auf die Suche nach „geflügelten Worten“, die mit Nadel und Faden zu tun haben, z.B. „ den roten Faden nicht verlieren“, „alle Fäden in der Hand halten“, „Nadel im Heuhaufen suchen“ usw.
Natürlich dürfen die Schülerinnen und Schüler ihren persönlichen Spruch „klopfen“ und ihn in den Museumsspruchbeutel werfen.
Im kreativen Teil gibt es zwei Möglichkeiten:
a) Sticken auf Holzscheiben, mit Bohrmaschine, Nadel und Faden (ab 6 Jahren für alle Schulstufen)
b) Auf ein Gewebeband darf ein persönlicher Spruch „mit heißer Nadel“ gestickt werden, das bedeutet, dass „flott“ gestickt werden darf. (ab 12 Jahren)

INFOS
Leitung: Ida Bals
Dauer: ca. 2 Stunden (mit praktischem Teil)
Termine: nach Vereinbarung
Alter: 6 bis 18 Jahre
Kosten: Euro 5,-- pro SchülerIn / 50% werden vom VKS gefördert.
Abrechnung mit dem VKS übernimmt das Frauenmuseum Hittisau. Die Lehrperson hat freien Eintritt.

GRATIS BUSTICKET FÜR SCHULKLASSEN!

Für Schulklassen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln des Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) zum Frauenmuseum Hittisau kommen, können wir im Vorfeld ein Ticket für die ganze Klasse mit Begleitpersonen bei der IG Kultur Vorarlberg beantragen. Wir schicken Ihnen dieses Ticket zu. Damit können Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern gratis nach Hittisau ins Frauenmuseum fahren und natürlich auch wieder zurück.
Wir brauchen von Ihnen folgende Informationen:
• Name der Schule
• Anzahl der SchülerInnen
• Anzahl der Begleitpersonen
• Tag und Zeit der Fahrten
Dies ist eine Serviceleistung von IG Kultur Vorarlberg und soll für die teilnehmenden Schulklassen eine finanzielle Entlastung sein.

ANMELDUNG

per Mail: ida.bals@hittisau.at
telefonisch: 0664 4355456
Wir bitten um Anmeldung und freuen uns auf Ihren Besuch!