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Inklusion als Leitmotiv

Im Hinblick auf eine sich verändernde Gesellschaft mit ihrem großen demografischen Wandel müssen sich Museen der Inklusionsherausforderung stellen und schrittweise Voraussetzungen schaffen und verbessern, um lebenslanges, generationenübergreifendes Lernen zu ermöglichen und Kultur für Alle unabhängig von Geschlecht, Alter, Leistung, ethnischer Herkunft oder besonderen Bedürfnissen zugänglich zu machen.

Für das Frauenmuseum war Inklusion von Anfang an ein zentrales Thema, vor allem in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit. Inklusions- und Exklusionsmechanismen, Mechanismen der Teilhabe an oder des Ausschlusses von gesellschaftlichem Leben, Fragen der Partizipation und Kooperation sind zentral in allen unseren Ausstellungen und Projekten.
In unserer Arbeit möchten wir vermitteln, was es bedeutet, wenn jemand Zugang bekommt oder ausgegrenzt wird, wenn jemand teilhaben kann oder nicht.

Die Kulturvermittlerinnen

Eine große Besonderheit liegt im Frauenmuseum Hittisau in der Art der persönlichen Vermittlung. Im Frauenmuseum Hittisau sind über zwanzig Kulturvermittlerinnen beschäftigt. Sie setzen sich laufend mit verschiedensten Themen auseinander und werden dabei von eigens geladenen Fachleuten begleitet, um anschließend in eine authentische Kommunikation mit dem Publikum treten zu können.

Wer spricht?

Die Frage „Wer spricht?“ spielt im Frauenmuseum Hittisau eine überaus wichtige Rolle. Das Sprechen-Dürfen ist weder an eine akademische Ausbildung noch an die Position im Organigramm oder die Jahre der Zugehörigkeit  zur Institution gebunden. Die einzige Voraussetzung ist eine intensive, ernsthafte und tiefe Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen der Ausstellungen und Projekte. Die Kulturvermittlerinnen ermächtigen sich selbst zu sprechen,

Das Ganze ist bekanntlich mehr als die Summe seiner Teile.

Die Teile sind die Kulturvermittlerinnen. Sie wohnen alle in Hittisau oder in der Region unterschiedlichen Alters, sind zwischen 18 und 88 Jahre alt und haben unterschiedliche Bildungs-, Berufs- und Herkunftshintergründe.
Im Team hat eine Schülerin ebenso Platz wie eine Lehrerin, eine Speditionskauffrau wie eine Kindergartenpädagogin, eine Bäuerin wie eine Kultur- und Wanderführerin, eine Rentnerin wie eine Grafikerin, eine Theaterregisseurin wie eine Altenpflegerin.
Als Ganzes ergeben die vielen unterschiedlichen Erfahrungen ein starkes und komplex denkendes Team, das differenzierte Zugänge zu den unterschiedlichen Themen erarbeiten kann. Die Zusammensetzung des Teams spiegelt die –unserer Ansicht nach – zwingende Selbstverständlichkeit inklusiver Notwendigkeiten in einem Museum.

Reelle und ideelle Stütze

In den sechzehn Jahren seit der Gründung des Frauenmuseum Hittisau hat sich das Team zur wichtigsten Säule des Hauses entwickelt. Die Kulturvermittlerinnen sind Garantinnen dafür, dass das Museum die Anbindung an das Umfeld nicht verliert. Das inklusive Konzept ist darüber hinaus ein kraftvolles Instrument der Selbstermächtigung und der politischen Bildung: Mehrere Kulturvermittlerinnen engagieren sich kommunalpolitisch und fordern ihre Teilhabe am öffentlichen Leben ein.