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STATEMENTS DER KULTURVERMITTLERINNEN
ZU IHRER ARBEIT IM FRAUENMUSEUM HITTISAU 



IDA BALS
Kulturvermittlerin seit 2000, Speditionskauffrau, Museumspädagogin

Seit der Eröffnung des Frauenmuseums im Jahr 2000 entwickle und betreue ich die Kulturvermittlung für Kinder und Jugendliche. Es ist mir ein Anliegen, das Museum für junge Menschen zu öffnen, ihnen die Scheu vor Kulturinstitutionen zu nehmen, ihnen ein Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit zu vermitteln und Neugier für Kunst, Kultur und andere Lebensweisen zu wecken. Es ist für mich doppelt spannend, diese Dinge im Frauenmuseum zu analysieren und zu vermitteln. Noch dazu in einem 2000-Seelen-Dorf, wo traditionelle Rollenbilder noch sehr verankert sind.

Im Frauenmuseum bieten wir für Jungen ebenso selbstverständlich wie für Mädchen einen Anreiz, sich mit Geschichte, mit Biografien und Werken von Frauen auseinander zu setzen. Das Frauenmuseum möchte damit ein Bewusstsein für die Leistungen von Frauen wecken und vertiefen. Es ist unumstritten, dass Mädchen und Jungen positive geschlechtsspezifische Vorbilder brauchen.

Die Entwicklung und Produktion unserer Vermittlungsprogramme erfolgt durchwegs low budget, entsprechend dem Leitbild des Frauenmuseums: Wir legen mehr Wert auf persönliche Vermittlung, präzise erarbeitete Inhalte und direkte Kommunikation als auf teure Inszenierung.


Interview mit IRMA EBERLE, Kulturvermittlerin seit 2000, Rentnerin
geführt von LAURA MAIER
, Kulturvermittlerin seit 2010, HTL-Absolventin

Wie hast du begonnen, im Frauenmuseum zu arbeiten?
Die frühere Leiterin, Elisabeth Stöckler, hat mich gefragt, ob ich im Frauenmuseum mitarbeiten möchte. Ich kannte sie durch einen meiner Söhne, der ein Jahrgänger von ihr ist. Der Titel der ersten Ausstellung „Mythos & Alltag“ hat mir gleich gutgefallen und ich fing an, im Museum mitzuarbeiten.

Welche Aufgaben übernimmst du im Frauenmuseum?
Die ersten sechs Jahre war ich zu den Öffnungszeiten da und führte durch die Ausstellung. Jetzt mache ich nur noch Öffnungszeitendienst. Aber ich freue mich immer, zu den Fortbildungen zu gehen und so viel zu jeder neuen Ausstellung lernen zu können.

Wie findest du die Zusammenarbeit im Team?
Ich komme mit allen gut zurecht. Es gab zwar ab und zu Schwierigkeiten, aber wir konnten immer alle Probleme gemeinsam lösen. Wir sind eine gute Gemeinschaft und das ist gut so.

Was bedeutet Dir das Frauenmuseum?
Es bedeutet mir sehr viel und es macht mir sehr viel Freude. Ich fand die Idee, ein Frauenmuseum zu gründen immer schon besser als ein Heimatmuseum zu eröffnen, weil es im Bregenzerwald so viele starke Frauen gab.

Welche Ausstellung ist dir besonders nah gegangen?
Die Ausstellung „Göttin, Hexe, Heilerin“ fand ich sehr toll. Sie war gut gemacht und besonders das Thema Hexenverfolgung wurde gut aufgefasst und wiedergegeben. Manche Ausstellungen habe ich nicht so gemocht, wie „Die zweite Haut“. Aber dann kommt immer wieder ein Thema, das mich sehr interessiert und weiterbringt. Auch wenn es schwierige Themen sind, wie „Frauen und Gewalt“

Was hast du für Wünsche für die Zukunft?
Ich selbst bin mit allem zufrieden so wie es im Moment ist, mit den Kolleginnen und mit der Leiterin und damit, was aus dem Museum geworden ist. Ich werde bei jeder weiteren Ausstellung mitarbeiten so gut und so lange ich kann. Das Frauenmuseum würde mir unglaublich fehlen, wenn ich nicht mehr dabei sein könnte. Dem Museum wünsche ich, dass es sich weiterhin so gut entwickelt wie bisher.


WILMA BILGERI
Kulturvermittlerin seit 2002, Altenpflegerin

Für mich stellt jede Ausstellungsvorbereitung eine tiefgründige Fortbildung dar. Die Themen sind immer wieder äußerst interessant eröffnen den Blickwinkel auf die unterschiedlichsten Inhalte. Wir wachsen mit jeder neuen Ausstellung; mit der wir uns beschäftigen. Die Ausstellungen im Frauenmuseum sind eine Form der Fortbildung sowohl nach innen, als auch nach außen. Das ist enorm wichtig und von unschätzbarem Wert ist. Durch unsere Museumsleiterin werden wir fachkundig und kompetent in die Ausstellungen eingeführt. Voraussetzung dafür ist stetiges Lernen und die Auseinandersetzung mit den jeweiligen Ausstellungsinhalten. Unser Auftrag und Ziel ist es, die Ausstellungen den BesucherInnen näher zu bringen und sie zu begeistern.


MARION MAIER
Kulturvermittlerin seit 2002, Druckvorstufentechnikerin, Gemeindevertreterin, Filmemacherin

Zwanzig Frauen, das heißt: unterschiedliche Sichtweisen und unterschiedliche Lebensentwürfe. Solidarität ist für mich etwas, das ich erst lernen musste und immer wieder sind wir alle in unserem Team gefordert, darüber nachzudenken. Aber es ist auch sehr spannend, in so einem Team zu arbeiten. Wir profitieren und lernen alle voneinander. Besonders der Bereich Ausstellungsvermittlung und der dadurch verbundene Kontakt mit vielen Menschen, den verschiedensten Gruppen und den unterschiedlichsten Kulturen hat mich persönlich ein großes Stück weltoffener und selbstbewusster gemacht. Ständigwechselnde Ausstellungen in unserem Museum, das heißt, sich ständig auf neue Themen einzulassen, an unseren intensiven internen Fortbildungen teilnehmen, sich gründlich einzulesen, viele Fragen zu stellen und mit Expertinnen und Experten in Kontakt zu kommen.
Für mich persönlich hat die Arbeit im Museum auch bewirkt, dass ich mich nun auch in der Gemeindepolitik engagiere.


HELGA RÄDLER
Kulturvermittlerin seit 2002, selbständige Kultur- und Wanderführerin, Produktionsleiterin im Frauenmuseum Hittisau

Durch die jahrelange Mitarbeit im Frauenmuseum habe ich mir eine sehr gute Allgemeinbildung und auch sonst viele Kompetenzen angeeignet. Von unseren regelmäßigen Fortbildungen für uns Kulturvermittlerinnen zu den jeweiligen Ausstellungsthemen habe ich sehr profitiert. Die Bestätigung, die ich durch die Arbeit im Frauenmuseum bekommen habe, hat mir den Wiedereinstieg ins Berufsleben sehr erleichtert. Nach acht Jahren Familienpause habe ich mich als Fremden- und Wanderführerin selbständig gemacht und es bereichert mich sehr, Wissen zu vermitteln. Der Bregenzerwald ist eine sehr ländliche Region und das Frauenmuseum ist der Ort für mich, wo sich der Blick weitet und ich im Austausch mit sehr unterschiedlichen Menschen sein kann. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Besucher_innen des Frauenmuseums die hier gebotene Auseinandersetzung mit den Ausstellungen sehr schätzen. Wir sind sehr unterschiedliche Frauen im Team – unterschiedliche soziale Hintergründe, unterschiedliche Generationen.


SARA PLÖTZENEDER
Kulturvermittlerin seit 2004, Spielgruppenleiterin

Als ich vor zehn Jahren zum Frauenmuseum kam, war ich "nur" Hausfrau. Der Grund, warum ich im Frauenmuseum mitarbeiten wollte, war hauptsächlich der, dass ich mir erhoffte so Anschluss "im Dorf" zu finden und mich hier wohler und "zu Hause" zu fühlen. Was ich bekam, hat meine Vorstellungen bei weitem übertroffen. Durch die intensiven Weiterbildungen zu den verschiedensten Themen wie Philosophie, Geschichte, Frauenrechte etc. konnte ich mir ein sehr umfangreiches Wissen aneignen. Es macht sehr viel Freude, mit anderen Frauen gemeinsam zu lernen und sich auszutauschen. Als bisher jüngste im Team konnte ich enorm von der Lebenserfahrung der älteren Museumsfrauen profitieren. Der Austausch der unterschiedlichtes Generationen und der verschiedenen sozialen Hintergründe war unglaublich wertvoll für meine Entwicklung in den letzten Jahren. Dabei war der Ideenreichtum und die Kreativität meiner Kolleginnen mir immer ein Ansporn mich selbst auch einzubringen. Wir sind ein starkes Team. So habe ich auch gelernt, mehr Achtung vor den Frauen und ihren Leistungen zu haben. Die Geschichte der Frau hat mich gerührt und gelehrt, anderen Frauen gegenüber loyal zu sein und sie in ihrer Weiblichkeit zu bestärken. Durch wunderbaren Verbindungen die ich im Laufe der Jahre durch die Arbeit im Frauenmuseum eingehen konnte und durch das Wissen, dass ich mir über aneignen konnte, fühle ich mich hier in Hittisau nun tatsächlich zu Hause. Ich fühle mich mit unserer Kultur und Geschichte verbunden und bin glücklich, hier leben zu können. Nun selbst als Vermittlerin tätig sein zu dürfen und Besuchern mein erlerntes Wissen weitergeben zu können ist ein großartiges Gefühl. Es macht mich stolz, stark und selbstbewusst. Als meine Zwillinge geboren wurden - nun bin ich Mutter von fünf Kindern - habe ich pausiert, freue mich aber sehr auf einen baldigen Wiedereinstieg.


PETRA RAID
Kulturvermittlerin seit 2007, Keramikerin und Hauptschullehrerin

Ich schätze die Arbeit im Frauenmuseum vor allem wegen der Vertiefung der Inhalte zu den einzelnen Ausstellungen, aufgrund der persönlichen historischen und volkskundlichen Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Arbeit eröffnet mir die Möglichkeit, Themen von den unterschiedlichsten Perspektiven anzuschauen, Frauenthemen in größeren Zusammenhängen zu betrachten und daraus mein persönliches Frauenbild zu machen, um mich dann in Toleranz zu üben. Spannend ist für mich auch das Weitergeben meiner Sichtweise, d.h. die Möglichkeit, auch meine Erfahrungen und meine Perspektiven authentisch weiterzugeben und zu beobachten, wie es bei den ZuhörerInnen ankommt. Interessant ist für mich auch die Arbeit in der Gruppe der Museumsfrauen aufgrund des großen Altersunterschieds bzw. der unterschiedlichen Einstellungen und Ansichten vor allem zu Frauenthemen. Ich glaube, dass wir vor allem vielen Frauen im Bregenzerwald neue Perspektiven, andere Sichtweisen aufzeigen.


BRUNHILDE BALS
Kulturvermittlerin seit 2008, Sonderkindergartenpädagogin und Frühförderin

Ich bin Mutter von vier Kindern und arbeite seit Mai 2008 als Vermittlerin im Frauenmuseum. Jeder Vermittlerin steht es frei, wie sie eine Führung im Frauenmuseum gestaltet, somit wird eine Ausstellungsvermittlung je nach Vermittlerin anders dargereicht. Jede Frau lebt eine andere Persönlichkeit, lebt in einem anderen Umfeld, jede Vermittlerin sieht in der jeweiligen Ausstellung andere Schwerpunkte, bringt persönliche Lebenserfahrungen mit ein, daher wird auch in jeder Sonderführung ein breites Diskussionsspektrum geboten. Sehr interessant ist für mich als Vermittlerin auch meine Wissenserweiterung in Form von Gesprächen mit den Museumsbesucher_innen. Ein wichtiger Aspekt, der bei jeder Ausstellung berücksichtigt wird, ist der Bezug zur Region - jedes Thema wird durch Einbringen regionaler Materialien und Ausstellungsstücke erweitert. Damit bietet das Frauenmuseum allen Besucher_innen etwas Besonderes: Die von außen bekommen tiefere Einblicke in die Lebensweise der Bregenzerwälder-innen, einheimischen Besucher_innen wird ein Blick über den Tellerrand geboten. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, in einem Museum, wie es das Frauenmuseum Hittisau darstellt, mitzuarbeiten,


GERTRUD FAISST
Kulturvermittlerin seit 2008, ehem. Hauptschullehrerin, Co-Geschäftsführerin in einem holzverarbeitenden Betrieb

Schon seit Bestehen des Frauenmuseums habe ich die Arbeit in diesem Haus verfolgt und die Ausstellungen besucht, da ich sie sehr wichtig und als Bereicherung für den Ort und die Region sehe. Die Mitarbeit im Team des Frauenmuseums ist für mich eine gute Möglichkeit mich im Ort (neben Familie und Arbeit im Betrieb meines Mannes) in einem interessanten Bereich zu
engagieren und dort auch meine Fähigkeiten und Kompetenzen einzubringen.
Jede Ausstellung ist eine Herausforderung, sich mit einem Thema intensiv auseinanderzusetzen, sein Wissen zu erweitern und sich einen eigenen Standpunkt zu bilden. Auch der Kontakt und die Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern aus nah und fern sind für mich oft bereichernd. Die Arbeit in einem Team von verschiedenen Frauen unterschiedlichen Altern und mit unterschiedlichen Hintergründen ist ein weiterer Bereich, der für mich wertvoll und interessant ist.


DAGMAR STEURER
Kulturvermittlerin seit 2010, Office-Managerin

Ich bin Mutter von 2 Kindern, bin verheiratet und arbeite als Office Managerin im Golf-Park Bregenzerwald. Kultur, Ausstellungen, Konzerte, Museen haben mich immer schon sehr interessiert. Ich bin glücklich, im Museumsteam mitarbeiten zu dürfen. Vor allem bin ich erstaunt, wie groß das Interesse an den Ausstellungen ist, und wie viele Besucher_innen aus allen Teilen des Landes, jeden Alters und jeder Gesellschaftsschicht nach Hittisau kommen.
Es ist erstaunlich was ich in dieser kurzen Zeit und vor allem mit dem Jahresschwerpunkt „ Frauen und Gewalt“ an Informationen erhalten habe. Ich war immer der Meinung, sehr wohl zu wissen was auf dieser Welt „passiert“ und nur mit einer Ausstellung, mit dem wirklichen Befassen eines Themas, wurde mir bewusst, wie oberflächlich und unvollständig unser Wissen eigentlich ist. Wir werden durch die Medien zwar über alles informiert, die überbordende Flut an Meldungen stumpft zunehmend ab und macht eher gleichgültig. Kaum fassbar, welches Unrecht viele Frauen erdulden müssen! Und trotzdem: Viele von ihnen behalten ihre Würde, auch wenn ihnen Schlimmes widerfährt. Es bedeutet mir viel, mithelfen zu dürfen, Frauenthemen stärker ins Bewusstsein zu rücken und auch selbst vielleicht besser hin zu schauen, wo man sonst eher geneigt ist gleichgültig zu sein.


SARA-LISA BALS
Kulturvermittlerin seit 2010, HTL-Ablosventin und Modestudentin

Seit es das Frauenmuseum gibt, habe ich einen starken Bezug dazu: Als Kind habe ich selbst am Kinderprogramm teilgenommen und seit zwei Jahren bin ich auch aktiv als "Museumsfrau".
Und: Mein Interesse und die Begeisterung für Frauengeschichte reißen nicht ab!
Das Frauenmuseum stellt nicht nur Frauenkultur und Frauengeschichte aus, sondern verkörpert sie. Mit ihren anregenden Ausstellungen ruft es seinen Besucher_innen immer wieder ins Gedächtnis, wie grundlegend Frauen sowohl geschichtlich gesehen als auch in der heutigen Gesellschaft Vieles beeinflussen können, wie sie die Welt geformt haben (oft ohne sichtbar zu sein), welches Gespür sie für Schönheit und Kunst haben oder was sie alles auf sich nehmen, was für sie Wert hat, ohne bemerkt oder anerkannt zu werden.
Mir persönlich ist es ein großes Anliegen, dass die wichtige Rolle, die Frauen damals und heute spielen, nicht unbeachtet gelassen wird und auch wir Jugendliche im Museumsteam das Frauenmuseum durch unsere Mitarbeit stärken und unsere Ansichten mit einbringen. Wichtig war es auch für mich, dass ich meine aus der Auseinandersetzung mit der Künstlerin A.M. Jehle entstandene Diplomarbeit an der HTL mit dem Titel ‚Friie Froua’ im Frauenmuseums präsentieren durfte. Das hat mich sehr motiviert.


CHRISTIANE EBERLE
Kulturvermittlerin seit 2011, Grafikerin

Ich durfte von Beginn an, an der Entstehungsgeschichte des Frauenmuseums Hittisau mitgestalten. Als Grafikerin entwarf ich gemeinsam mit Elisabeth Stöckler – der Gründerin des
Frauenmuseums – das erste Erscheinungsbild für "unser" Museum. Bis spät in die Nacht sind wir oft gesessen, haben diskutiert, skizziert, probiert und wieder verworfen. Wir suchten nach Lösungen, die keine Kompromisse waren, sondern die unserer Vision von einem Frauenmuseum standhalten konnten. Diese Eigenschaft "nicht mit dem erstbesten zufrieden zu sein" zeichnet die Leitung und das Team des Museums nach wie vor aus. Inzwischen haben wir Erscheinungsbild erneuert und weiterentwickelt und ich entwickle auch – gemeinsam mit der Direktorin Stefania Pitscheider Soraperra – die Artikel in unserem Museumsshop.
Das Frauenmuseum ist für mich so wichtig geworden, dass seit dem letzten Jahr neben der grafischen Arbeit auch als Museumsvermittlerin gern im Frauenmuseum arbeite. Interessant sind für mich auch die wechselnden Themen und Inhalte der jeweiligen Ausstellungen, was mir die Möglichkeit bietet mich über Frauengeschichte und Kultur von Frauen in einer Qualität weiterzubilden, die in einem ländlichem Raum wie dem Bregenzerwald sonst nur sehr schwer zu finden ist.


LEA MOHR
Kulturvermittlerin seit 2010, Studentin der Mathematik und Theologie

Obwohl ich nach der Matura wegen eines Auslandsaufenthaltes eineinhalb Jahre pausiert habe, war es für mich klar, nach meiner Rückkehr auch neben meinem Studium in Innsbruck wieder im Frauenmuseum arbeiten zu wollen.
Die Arbeit im Frauenmuseum hat mir nicht nur Spaß gemacht und neues Wissen verschafft, ich konnte auch hinter die Kulissen von etwas blicken, das man sonst nicht so leicht zu Gesicht bekommt. Ich war erstaunt, dass eine einzelne Ausstellung SO VIEL Arbeit und Aufwand ist, doch dass man die Informationen beim Einarbeiten gewiss fürs ganze Leben behält und ich sie — wie ich selbst festgestellt habe — auch in meinem eigenen Leben brauchen kann! Inzwischen freue ich mich jedes Jahr auf unsere Inventarisierungswochen im Sommer, da ich die Museumsobjekte sehr gerne inventarisieren und katalogisiere. Ich finde es auch sehr sehr wichtig als junge Frau, mir vor Augen zu führen, dass ich nur lernen und reisen und ein selbständiges Leben führen kann, weil andere Frauen sich mit großem Einsatz und Risiko für Gleichberechtigung eingesetzt haben.


SABINE HEINZLE
Kulturvermittlerin seit 2011
, ehem. Hauptschullehrerin, Bäuerinnenbildungsarbeit im Bereich Ernährung, Bäuerin

Seit 2011 bin ich im Team des Frauenmuseums. Ich mache Führungen und betreue die Bibliothek. Die intensive Vorbereitung auf die verschiedenen Ausstellungsthemen erweitert meinen persönlichen Horizont und fordert zur Auseinandersetzung auf. In unserem Team profitieren wir voneinander, da jede ihre Sichtweise einbringen kann. Außerdem empfinde ich den Kontakt und die Gespräche mit den BesucherInnen des Museums als ausgesprochen bereichernd, und ich freue mich über das große Interesse und den Bekanntheitsgrad des Frauenmuseums.


GABI ÖSTERLE
Kulturvermittlerin seit 2012, selbständige Reise- und Wanderführerin

Mein Einstieg in die Welt des Frauenmuseums 2012 hat mich sehr bewegt. Die vielseitigen Kommunikationsmöglichkeiten im Team und im Museum sind in meinem Leben eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht. Das Frauenmuseum bietet mir eine wertvolle Plattform zum Thema „Lebenslanges lernen“ und schafft durch die interessanten Ausstellungen immer wieder einen neuen Zugang zur Rolle der Frau – in der Gesellschaft und sich selbst gegenüber. Das Frauenmuseum ist für mich auch ein wunderbarer Ort der Begegnung. Die Ausstellungen erfordern viele Recherchen und Fortbildungen, will man eine gute Vermittlungsarbeit zu den jeweiligen Themen leisten. Es gefällt mir besonders gut, wenn sich daraus fachliche wie auch persönliche Gespräche im Frauenmuseumsteam ergeben. Ich empfinde es als Highlight, wenn die intensive Ausstellungsvorbereitungszeit mit der jeweiligen Künstlerin oder Kuratorin, der Museumsleitern oder den mitwirkenden Frauenmuseumsfrauen zu Ende geht und mit der Eröffnungsfeier die Museumstür für die interessierten BesucherInnen wieder offen steht.“


DANIELA HÖRBURGER
Kulturvermittlerin seit 2012, Bürokauffrau



RENATE NUßBAUMER
Kulturvermittlerin sei
t 2012, Rentnerin

Bei einem Ausstellungsbesuch 2012, wurde ich von Wilma Bilgeri gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, im Frauenmuseum Hittisau mitzuarbeiten. Vor Freude und Erstaunen, dass gerade ich, als nicht Ortsansässige, gefragt wurde, blieb mir zuerst die Sprache weg. Mein Herz jubelte, hatte ich doch immer schon großes Interesse an Kunst und Kultur, im Besonderen an der Volkskultur unseres Landes. Doch die Fügung wollte es bisher so, dass ich immer wieder in sozialen und pfarrlichen Aufgaben in meinem Heimatdorf tätig war und neben der Familie und der
Gründung und Leitung des ersten Mobilen Betreuungsdienstes im Bregenzerwald und meiner Tätigkeit als ehrenamtliche Sachwalterin usw. mir keine Zeit mehr blieb, mich in Richtung Kunst und Kultur zu bilden bzw. tätig zu sein. Als mir das durch den Kopf schoss, schaltete sich der Verstand ein und Ernüchterung machte sich breit – keine kulturelle Bildung, keine Ausbildung in einer Fremdsprache und mein Alter … Wilma wusste meine Bedenken zu zerstreuen und stellte mich der Leiterin, Frau Stefania Pitscheider Soraperra, vor und ihre Antwort – „Das kann ich mir gut vorstellen, dass Sie bei uns mitarbeiten.“ – versetzte mich abermals in freudiges Erstaunen. Ja – und so wurde ich „Museumsbegleiterin und Kulturvermittlerin“, dieses Wort klingt wie Musik in meinen Ohren.
Es ist für mich wunderbar, in diesem harmonischen, interessanten Team mitzuarbeiten und bildet eine fürwahr ideelle, geistige und spirituelle Bereicherung meines Seins. Besonders gefällt mir die Art und Weise, wie wir vor jeder neuen Ausstellung von Stefania in das neue Thema eingeführt werden und sich plötzlich ganz neue Sichtweisen bilden. Im Besonderen schätze ich auch die Gespräche und den Gedankenaustausch mit den BesucherInnen. Einen enormen Stellenwert hat für mich auch der Austausch mit den sehr engagierten und gebildeten Frauen im Team, die mir das Gefühl geben, mit meinen 70 Jahren noch nicht „zum alten Eisen“ zu gehören. Das Frauenmuseum ist eine sehr wichtige und kostbare, kulturelle und auch wirtschaftliche Bereicherung für die Gemeinde Hittisau und für die ganze Region!“


CHIARA BALS
Kulturvermittlerin seit 2013, Schülerin

Als jüngste Mitarbeiterin des Frauenmuseums fühle ich mich im Team sehr wohl. Jede Frau hat hier die Chance, das Frauenmuseum aktiv mitzugestalten – dabei spielt es keine Rolle, ob alt oder jung, ob groß oder klein. Jeder Vorschlag wird angehört und je nach Möglichkeit umgesetzt. So kann sich jede einzelne Frau im Museum verwirklichen und verewigen. Seit ich hier arbeite, habe ich das Gefühl immer wieder aufs Neue bereichert zu werden. Mit jeder neuen Ausstellung werden neue Erfahrungen+ gewonnen und Kontakte geknüpft, was ich mir anfangs nicht erträumt hätte.
Dieses Museum mit "ihren" Mitarbeiterinnen ist ganz und gar wunderbar!

Hittisau, September 2014