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Trailer Frauenmuseum Hittisau_Christine Knoblauch


Aktuelle Ausstellungen

Sie meinen es politisch! 100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich

10. November 2019 bis 10. Mai 2020

„Behüte der Himmel! Sie meinen es politisch!“ schrieb Karl Kraus 1907 über die Frauenwahlrechtskämpferinnen. Er offenbart damit, welche Widerstände die Akteurinnen überwinden mussten. Die Ausstellung schafft Einblicke in die Kämpfe von Frauen um politische Mitbestimmung – von der Französischen Revolution bis in die jüngste Vergangenheit.

Vor 100 Jahren zogen Frauen erstmals in das österreichische Parlament, in Landtage und Gemeinderäte ein. Mit der Gründung der Republik 1918 ging auch die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts ohne Unterschied des Geschlechts einher – ein Meilenstein in der Auseinandersetzung um Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Österreich.

Doch die politische Partizipation von Frauen blieb umstritten: Das frisch eingeführte Wahlrecht schloss Prostituierte über das Kriterium der Sittlichkeit von der ersten Wahl 1919 aus. Um das bislang unbekannte Wahlverhalten von Frauen beobachten zu können, wurden zeitweise verschiedenfarbige Stimmkuverts für Männer und Frauen eingesetzt. Bis heute sind Politikerinnen sexistischen Vorurteilen ausgesetzt.

Gesellschaftliche und politische Errungenschaften für Frauen wurden im Laufe der letzten 100 Jahre auch immer wieder ausgehöhlt oder zurückgenommen – im extremsten Fall während der Zeit des austrofaschistischen Ständestaats und des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. Auch die Frage, wer wählen darf, wurde und wird in der Demokratie immer wieder neu verhandelt – so stehen heute Forderungen nach dem Wahlrecht für hier lebende Menschen ohne Staatsbürgerschaft im Zentrum der Debatte.



Political we will be! 100 Years of Women’s Suffrage in Austria

In 1907 Karl Kraus writes about the suffragettes: „God forbid! They mean to be political!“ This remark manifests the scale of resistance the participants in the fight for women’s right to vote had to overcome in those days. The exhibition allows inside views of the women’s struggle for political participation – from the French Revolution to the immediate past.

100 years ago women entered the Austrian Parliament, the state parliaments and local councils for the first time ever. Hand in hand with the Austrian Republic’s foundation went the implementation of universal suffrage, direct, secret and equal for both men and women. This embodies a milestone in the conflict over equal rights for women and men in this country.

However, women’s political participation remained a controversial issue: Based on morality, the newly launched woman suffrage excluded prostitutes from the first election in 1919. At times color-coded ballot envelopes were used in order to monitor the hitherto unknown electoral behaviour of women. And until the present time female politicians are subjected to sexist prejudice.

Over the past 100 years civic and political achievements in the interests of women repeatedly have been hollowed out or even revoked, with the “corporate state” during the period of Austrofascism and the time of National Socialist tyranny from 1933 to 1945 the most dreadful examples. In a democracy, the question, who is or ought to be allowed to vote, is renegotiated from time to time: Today’s debate primarily focuses on demands to allow fellow citizens who do not have Austrian citizenship voting rights.