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DA SCHAUEN SIE.
20 Jahre Frauenmuseum Hittisau

Als unsere Kulturvermittlerin Sabine Heinzle unlängst einen Münchner Universitätsprofessor durch die Ausstellung „Frau am Kreuz“ führte, zeigte sich dieser von ihrer Kompetenz sehr beeindruckt. Er fragte, welche Ausbildung sie habe. Sabine antwortete: „Ich bin Bäuerin.“ Der Professor war sprachlos. 

Diese kleine Geschichte fasst gut zusammen, was gelebte Inklusion im Frauenmuseum Hittisau bedeutet. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam „Da schauen sie“ zu unserem Motto 2020 gemacht.

Wer spricht?

Diese Frage spielt im Frauenmuseum Hittisau eine überaus wichtige Rolle. Das Sprechen-Dürfen ist weder an eine akademische Ausbildung noch an die Position im Organigramm gebunden. Die einzige Voraussetzung ist eine intensive, ernsthafte und tiefe Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen der Ausstellungen und Projekte. Unsere Kulturvermittlerinnen müssen nicht von der Institution ermächtigt werden zu sprechen, sie ermächtigen sich selbst

Im Frauenmuseum Hittisau sind über zwanzig Kulturvermittlerinnen beschäftigt. Sie wohnen in der Region, sind zwischen 20 und 75 Jahre alt und haben unterschiedliche Bildungs-, Berufs- und Herkunftshintergründe. Im Team hat eine Schülerin ebenso Platz wie eine Lehrerin, eine Speditionskauffrau wie eine Kindergartenpädagogin, eine Bäuerin wie eine Kultur- und Wanderführerin, eine Rentnerin wie eine Grafikerin, eine Theaterregisseurin wie eine Altenpflegerin, eine Dänin wie eine Deutsche, eine Ladinerin wie eine Schweizerin.

Als Ganzes ergeben die vielen unterschiedlichen Erfahrungen ein starkes und komplex denkendes Team, das differenzierte Zugänge zu den unterschiedlichen Themen erarbeiten kann. Die Zusammensetzung des Teams spiegelt die – unserer Ansicht nach – zwingende Selbstverständlichkeit inklusiver Notwendigkeiten in einem Museum.


Das Publikum schaut.
Die Kulturvermittlerinnen schauen.
Die Frauengeschichte schaut.