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TEAM_2017


STATEMENTS DER KULTURVERMITTLERINNEN
ZU IHRER ARBEIT IM FRAUENMUSEUM HITTISAU 



WILMA BILGERI
Kulturvermittlerin seit 2002, Altenpflegerin
Für mich stellt jede Ausstellungsvorbereitung eine tiefgründige Fortbildung dar. Die Themen sind immer wieder äußerst interessant eröffnen den Blickwinkel auf die unterschiedlichsten Inhalte. Wir wachsen mit jeder neuen Ausstellung; mit der wir uns beschäftigen. Die Ausstellungen im Frauenmuseum sind eine Form der Fortbildung sowohl nach innen, als auch nach außen. Das ist enorm wichtig und von unschätzbarem Wert ist. Durch unsere Museumsleiterin werden wir fachkundig und kompetent in die Ausstellungen eingeführt. Voraussetzung dafür ist stetiges Lernen und die Auseinandersetzung mit den jeweiligen Ausstellungsinhalten. Unser Auftrag und Ziel ist es, die Ausstellungen den BesucherInnen näher zu bringen und sie zu begeistern.


HANNAH EBERLE
Kulturvermittlerin seit 2017
Für mich ist das Frauenmuseum ein Ort an dem ich immer wieder neue Aspekte der Frauengeschichte kennen lerne. Ich bin sehr stolz darauf Teil des Teams zu sein und dazu beizutragen diese wichtigen Aspekte zu vermitteln.


GERTRUD FAISST
Kulturvermittlerin seit 2008, ehem. Hauptschullehrerin, Co-Geschäftsführerin in einem holzverarbeitenden Betrieb

Schon seit Bestehen des Frauenmuseums habe ich die Arbeit in diesem Haus verfolgt und die Ausstellungen besucht, da ich sie sehr wichtig und als Bereicherung für den Ort und die Region sehe. Die Mitarbeit im Team des Frauenmuseums ist für mich eine gute Möglichkeit mich im Ort (neben Familie und Arbeit im Betrieb meines Mannes) in einem interessanten Bereich zu
engagieren und dort auch meine Fähigkeiten und Kompetenzen einzubringen.
Jede Ausstellung ist eine Herausforderung, sich mit einem Thema intensiv auseinanderzusetzen, sein Wissen zu erweitern und sich einen eigenen Standpunkt zu bilden. Auch der Kontakt und die Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern aus nah und fern sind für mich oft bereichernd. Die Arbeit in einem Team von verschiedenen Frauen unterschiedlichen Altern und mit unterschiedlichen Hintergründen ist ein weiterer Bereich, der für mich wertvoll und interessant ist.


KATHARINA FELDER
Kulturvermittlerin seit 2019,


DANIELLE FEND-STRAHM
Kulturvermittlerin seit 2016,


BERNADETTE FRITZ
Kulturvermittlerin seit 2015,


HAGSPIEL LYDIA
Kulturvermittlerin seit 2017,


SABINE HEINZLE
Kulturvermittlerin seit 2011
, ehem. Hauptschullehrerin, Bäuerinnenbildungsarbeit im Bereich Ernährung, Bäuerin

Seit 2011 bin ich im Team des Frauenmuseums. Ich mache Führungen und betreue die Bibliothek. Die intensive Vorbereitung auf die verschiedenen Ausstellungsthemen erweitert meinen persönlichen Horizont und fordert zur Auseinandersetzung auf. In unserem Team profitieren wir voneinander, da jede ihre Sichtweise einbringen kann. Außerdem empfinde ich den Kontakt und die Gespräche mit den BesucherInnen des Museums als ausgesprochen bereichernd, und ich freue mich über das große Interesse und den Bekanntheitsgrad des Frauenmuseums.


ANNELIES MÄTZLER
Kulturvermittlerin seit 2019,



MARION MAIER
Kulturvermittlerin seit 2002, Druckvorstufentechnikerin, Gemeindevertreterin, Filmemacherin

Zwanzig Frauen, das heißt: unterschiedliche Sichtweisen und unterschiedliche Lebensentwürfe. Solidarität ist für mich etwas, das ich erst lernen musste und immer wieder sind wir alle in unserem Team gefordert, darüber nachzudenken. Aber es ist auch sehr spannend, in so einem Team zu arbeiten. Wir profitieren und lernen alle voneinander. Besonders der Bereich Ausstellungsvermittlung und der dadurch verbundene Kontakt mit vielen Menschen, den verschiedensten Gruppen und den unterschiedlichsten Kulturen hat mich persönlich ein großes Stück weltoffener und selbstbewusster gemacht. Ständigwechselnde Ausstellungen in unserem Museum, das heißt, sich ständig auf neue Themen einzulassen, an unseren intensiven internen Fortbildungen teilnehmen, sich gründlich einzulesen, viele Fragen zu stellen und mit Expertinnen und Experten in Kontakt zu kommen.
Für mich persönlich hat die Arbeit im Museum auch bewirkt, dass ich mich nun auch in der Gemeindepolitik engagiere.


NENNING MARIANNA
Kulturvermittlerin seit 2015


RENATE NUßBAUMER
Kulturvermittlerin seit 2012, Rentnerin

Bei einem Ausstellungsbesuch 2012, wurde ich von Wilma Bilgeri gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, im Frauenmuseum Hittisau mitzuarbeiten. Vor Freude und Erstaunen, dass gerade ich, als nicht Ortsansässige, gefragt wurde, blieb mir zuerst die Sprache weg. Mein Herz jubelte, hatte ich doch immer schon großes Interesse an Kunst und Kultur, im Besonderen an der Volkskultur unseres Landes. Doch die Fügung wollte es bisher so, dass ich immer wieder in sozialen und pfarrlichen Aufgaben in meinem Heimatdorf tätig war und neben der Familie und der
Gründung und Leitung des ersten Mobilen Betreuungsdienstes im Bregenzerwald und meiner Tätigkeit als ehrenamtliche Sachwalterin usw. mir keine Zeit mehr blieb, mich in Richtung Kunst und Kultur zu bilden bzw. tätig zu sein. Als mir das durch den Kopf schoss, schaltete sich der Verstand ein und Ernüchterung machte sich breit – keine kulturelle Bildung, keine Ausbildung in einer Fremdsprache und mein Alter … Wilma wusste meine Bedenken zu zerstreuen und stellte mich der Leiterin, Frau Stefania Pitscheider Soraperra, vor und ihre Antwort – „Das kann ich mir gut vorstellen, dass Sie bei uns mitarbeiten.“ – versetzte mich abermals in freudiges Erstaunen. Ja – und so wurde ich „Museumsbegleiterin und Kulturvermittlerin“, dieses Wort klingt wie Musik in meinen Ohren.
Es ist für mich wunderbar, in diesem harmonischen, interessanten Team mitzuarbeiten und bildet eine fürwahr ideelle, geistige und spirituelle Bereicherung meines Seins. Besonders gefällt mir die Art und Weise, wie wir vor jeder neuen Ausstellung von Stefania in das neue Thema eingeführt werden und sich plötzlich ganz neue Sichtweisen bilden. Im Besonderen schätze ich auch die Gespräche und den Gedankenaustausch mit den BesucherInnen. Einen enormen Stellenwert hat für mich auch der Austausch mit den sehr engagierten und gebildeten Frauen im Team, die mir das Gefühl geben, mit meinen 70 Jahren noch nicht „zum alten Eisen“ zu gehören. Das Frauenmuseum ist eine sehr wichtige und kostbare, kulturelle und auch wirtschaftliche Bereicherung für die Gemeinde Hittisau und für die ganze Region!“



HELGA RÄDLER
Kulturvermittlerin seit 2002, selbständige Kultur- und Wanderführerin, Produktionsleiterin im Frauenmuseum Hittisau
Durch die jahrelange Mitarbeit im Frauenmuseum habe ich mir eine sehr gute Allgemeinbildung und auch sonst viele Kompetenzen angeeignet. Von unseren regelmäßigen Fortbildungen für uns Kulturvermittlerinnen zu den jeweiligen Ausstellungsthemen habe ich sehr profitiert. Die Bestätigung, die ich durch die Arbeit im Frauenmuseum bekommen habe, hat mir den Wiedereinstieg ins Berufsleben sehr erleichtert. Nach acht Jahren Familienpause habe ich mich als Fremden- und Wanderführerin selbständig gemacht und es bereichert mich sehr, Wissen zu vermitteln. Der Bregenzerwald ist eine sehr ländliche Region und das Frauenmuseum ist der Ort für mich, wo sich der Blick weitet und ich im Austausch mit sehr unterschiedlichen Menschen sein kann. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Besucher_innen des Frauenmuseums die hier gebotene Auseinandersetzung mit den Ausstellungen sehr schätzen. Wir sind sehr unterschiedliche Frauen im Team – unterschiedliche soziale Hintergründe, unterschiedliche Generationen.


PETRA RAID
Kulturvermittlerin seit 2007, Keramikerin und Hauptschullehrerin

Ich schätze die Arbeit im Frauenmuseum vor allem wegen der Vertiefung der Inhalte zu den einzelnen Ausstellungen, aufgrund der persönlichen historischen und volkskundlichen Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Arbeit eröffnet mir die Möglichkeit, Themen von den unterschiedlichsten Perspektiven anzuschauen, Frauenthemen in größeren Zusammenhängen zu betrachten und daraus mein persönliches Frauenbild zu machen, um mich dann in Toleranz zu üben. Spannend ist für mich auch das Weitergeben meiner Sichtweise, d.h. die Möglichkeit, auch meine Erfahrungen und meine Perspektiven authentisch weiterzugeben und zu beobachten, wie es bei den ZuhörerInnen ankommt. Interessant ist für mich auch die Arbeit in der Gruppe der Museumsfrauen aufgrund des großen Altersunterschieds bzw. der unterschiedlichen Einstellungen und Ansichten vor allem zu Frauenthemen. Ich glaube, dass wir vor allem vielen Frauen im Bregenzerwald neue Perspektiven, andere Sichtweisen aufzeigen.


KATHARINA ROHNER
Kulturvermittlerin seit 2019


ELENA SCHERTLER
Kulturvermittlerin seit 2019,


ANDREA SCHWARZMANN
Kulturvermittlerin seit 2014


DAGMAR STEURER
Kulturvermittlerin seit 2010, Office-Managerin

Ich bin Mutter von 2 Kindern, bin verheiratet und arbeite als Office Managerin im Golf-Park Bregenzerwald. Kultur, Ausstellungen, Konzerte, Museen haben mich immer schon sehr interessiert. Ich bin glücklich, im Museumsteam mitarbeiten zu dürfen. Vor allem bin ich erstaunt, wie groß das Interesse an den Ausstellungen ist, und wie viele Besucher_innen aus allen Teilen des Landes, jeden Alters und jeder Gesellschaftsschicht nach Hittisau kommen.
Es ist erstaunlich was ich in dieser kurzen Zeit und vor allem mit dem Jahresschwerpunkt „ Frauen und Gewalt“ an Informationen erhalten habe. Ich war immer der Meinung, sehr wohl zu wissen was auf dieser Welt „passiert“ und nur mit einer Ausstellung, mit dem wirklichen Befassen eines Themas, wurde mir bewusst, wie oberflächlich und unvollständig unser Wissen eigentlich ist. Wir werden durch die Medien zwar über alles informiert, die überbordende Flut an Meldungen stumpft zunehmend ab und macht eher gleichgültig. Kaum fassbar, welches Unrecht viele Frauen erdulden müssen! Und trotzdem: Viele von ihnen behalten ihre Würde, auch wenn ihnen Schlimmes widerfährt. Es bedeutet mir viel, mithelfen zu dürfen, Frauenthemen stärker ins Bewusstsein zu rücken und auch selbst vielleicht besser hin zu schauen, wo man sonst eher geneigt ist gleichgültig zu sein.


Hittisau, November 2019